
Heute geht es mal um meinen Weg zur Ingenieurin. Denn meine Entscheidung war bei mir nicht vorgegeben, wie bei vielen anderen Studenten.
Zunächst einmal werfen wir aber einen Blick in meinen Lebenslauf, den ihr übrigens als solches auch in der Über mich-Seite findet. 2016 entschied ich mich dazu, nochmal eine Ausbildung zu machen, zur Tiefbaufacharbeiterin bei der Deutschen Bahn. Ich wurde nach der abgeschlossenen Berufsausbildung direkt zum Meister geschickt und bin dort bis heute tätig als Gleisbaumeisterin.
Die Katastrophe
Im Februar 2024 erlebte ich eine echte Katastrophe in meinem Beruf. Auf der Bahnstrecke Hagen-Siegen (Ruhr-Sieg-Strecke), meldete ich einen Ausbruch an einer Weichenzunge, weit über den Grenzwert. Der Zugverkehr wurde sofort eingestellt und weiträumig umgeleitet. Der Ausbruch war so ungewöhnlich, dass die Zentrale in Frankfurt unmittelbar Spezialisten entsandte, die sich diese Katastrophe anschauen wollten. Wenig später stand fest, dass über diese Weiche nie wieder ein Zug fahren wird. Der Schaden für die Region wurde auf 100.000 Euro täglich(!) geschätzt. Die Schadenslage entwickelte sich so dramatisch, dass dieser Zustand über Monate befürchtet wurde.
Der Plan
Ich konnte diese Umstände nicht akzeptieren und begann zu recherchieren und Kommunikationswege aufzubauen, die es bis dato nicht gab. Dadurch erhielt ich Kontakte mit der Zentrale in Frankfurt und dem Weichenwerk Witten. Es hieß zunächst: Die Weiche sei eine Spezialanfertigung und könne nicht ohne weiteres produziert werden. Das stellte sich als teilweise richtig heraus. Einige der Teile die für die Weiche benötigt werden, waren auf Lager. Andere Teile konnten durch das richtige Zusammenarbeiten der unterschiedlichen Stellen beschafft werden.
Somit konnte die Weiche durch meinen Anstoß produziert und wenige Tage später eingebaut werden. Ich begleitete diese Arbeiten als Meisterin und erstmal als Koordinatorin. Die Bahn konnte einen Millionenschaden in der Wirtschaft verhindern und wenige Tage später wieder normal fahren.
Der Entschluss
Diese Erfahrung hat so einen positiven Eindruck hinterlassen, dass ich im Frühjahr für das Studium im Bauingenieurwesen eingeschrieben wurde und mein Weg zur Ingenieurin begann. Durch meine langjährige Erfahrung im Tief- und Gleisbau, konnte ich den Bachelor massiv verkürzen.