Der Tag, an dem Mini starb

Einer der schlimmsten Tage meines Lebens, begann morgens um 6 Uhr, als Mini mich wie so oft mit einer Kotzsession begrüßte. Drei Stunden später habe ich sie einschläfern lassen.

Kleiner Hinweis: In diesem Beitrag geht es um Tod und Trauer. Es war der Morgen des 30. April 2024, ein schwieriger Vortag liegt hinter uns, auf den wir kurz einmal zurückblicken. Mini hatte seit Tagen nicht mehr fest gegessen und die ganze Wohnung voll gekotzt. Ich schnappt sie am Vortag und besuchte den Tierarzt. Diagnose: Versteinerte Nieren. Sie bekam eine Infusion und hätte ab sofort täglich eine Infusion bekommen müssen. Kostenpunkt: 100 € jeden Tag!

Der 30. April 2024 war anders. Mini schlief nicht wie üblich in meinem Bett. Sie mauzte auch nicht mehr, sie war irgendwie anwesend, aber auch nicht. Am Vortag wurde ihr ein Schutzkragen angebracht, damit sie den verlegten Zugang nicht anknabbern konnte. Sie konnte sich kaum noch auf den Beinen halten (siehe Bild). Sie lies sich ohnehin schon ungern begrabschen, da sie immer eine sehr zurückgezogene Katze war. Aber an diesem Morgen war etwas anders. Sie kam zu mir und wollte, dass ich ihr folge. Sie zeigte mir ihre Tragetasche für den Tierarzt und schaute mich fragend an. Ich ignorierte dies und begann sie mit Knabberstäbchen zu füttern. Auch das erbrach sie nach wenigen Minuten.

Die letzten Stunden

Mini war sichtbar schwach und krank. Ihr Trinkverhalten war mir die letzte Jahre schon aufgefallen, so hatte ich sehr feuchtes Nassfutter gekauft und noch mit Wasser verdünnt, damit sie überhaupt Wasserzufuhr erfuhr. Das hatte auch den Zustand ihrer Zähne verschlechtert. Die Nachricht über die versteinerten Nieren schlug ein wie eine Granate.

Um 9:30 Uhr musste ich dann eine Entscheidung treffen. Ich musste sie auf den Termin um 10:30 Uhr zur Infusion vorbereiten. Ich ahnte bereits, dass es die letzte Reise mit Mini wird.

Ich nahm den Bus, der schnellste und stressfreieste Weg zum Tierarzt, etwa 5 Minuten Fahrt. Mini gab keinen Ton von sich. Ich persönlich fühlte zu diesem Zeitpunkt gar nichts, nicht mal Schmerz. Die Traurigkeit schlug erst Zuhause ein, aber dazu gleich.
Der Weg zum Tierarzt ist mir noch genau bekannt. Es war ein warmer Morgen, 20 Grad, der Frühling hatte in Hagen sehr früh angefangen. Ich hatte die ganze Zeit Panik davor, diese Tasche wieder leer mitnehmen zu müssen. Das sollte sich später als eine lehrreiche Lebensentscheidung herausstellen. Ich war 10 Minuten zu früh beim Termin und Mini gab immer noch keinen Laut von sich.

Die letzten Minuten

Im Wartezimmer musste ich über die schönen Momente nachdenken, die wir in den vergangenen 9 Jahren erlebt hatten. Bekommen hatte ich Mini, da war sie bereits 1 Jahr alt. Sie war eine aggressive und zurückgezogene Katze, die sich ungern anfassen lies. Aber in den letzten Jahren, wurde sie immer zutraulicher. Ich dachte darüber nach, dass sie schließlich 10 Jahre alt geworden ist, was für eine Hauskatze ein gutes Alter ist. Dann kamen wir dran. Ich nahm die Tasche, stellte sie auf den Behandlungstisch und schaute die Tierärztin mit einem Tränchen im Auge an.

„Ganz ehrlich. Machen Sie es sich nicht zu schwer“ sagte sie. Und dann brach mir ein zustimmendes Ja über die Lippen, das ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde. Ich hielt Minis Pfote. Sie schaute mich mit ihren riesigen Pupillen an, während die Ärztin ihr über den Zugang das Mittel verabreichte.

Und das war sie. Meine erste Erfahrung mit einer Einschläferung. Ich bezahlte meine Rechnungen vorne und verlies die Praxis ohne Mini. Sie wurde von der Praxis eingeäschert, das war mir persönlich in diesem Moment einfach zu viel.

Das Leben ist vergänglich und wir sollte jede Minute mit unseren Liebsten genießen, sei es Mensch oder Tier.